E-Rechnung 

67 % der Unternehmen 

trauen ihren eigenen Daten nicht:

wie E-Rechnung das ändert

Gundolf Archner
2 Sep. 2026 • 5 min Lesezeit
Gundolf Archner

Zwei von drei Unternehmen verlassen sich bei wichtigen Entscheidungen nicht vollständig auf ihre eigenen Daten. Das zeigt eine Erhebung von Precisely aus dem Jahr 2024: 67 % der Organisationen geben an, ihren eigenen Daten nicht vollständig zu vertrauen, wenn es um unternehmerische Entscheidungen geht. Für ein Unternehmen, das täglich Rechnungen verarbeitet, ist das keine abstrakte Zahl. Es ist ein handfestes Problem, das sich bis in die Buchhaltung zurückverfolgen lässt.

Warum Unternehmen ihren eigenen Daten nicht trauen

Das Misstrauen entsteht selten aus dem Nichts. Es hat meist einen sehr konkreten Ursprung: uneinheitliche Formate, händisch erfasste Rechnungspositionen, Medienbrüche zwischen Papier, PDF und ERP-System. Wenn Rechnungsdaten aus so unterschiedlichen Quellen zusammenkommen, entstehen zwangsläufig Abweichungen. Ein Betrag wird falsch übertragen, eine Kostenstelle nicht korrekt zugeordnet, ein Lieferant taucht unter zwei verschiedenen Namen im System auf. Jede einzelne Ungenauigkeit wirkt für sich genommen klein. In der Summe führen sie aber dazu, dass niemand im Unternehmen mehr mit letzter Sicherheit sagen kann, ob die Zahlen stimmen.

Genau hier setzt die Diskussion um E-Rechnung an, die bislang vor allem als regulatorisches Thema wahrgenommen wird. Dabei liegt ihr eigentlicher Wert an anderer Stelle: in der Datenqualität, die sie erzwingt.

Strukturierte Rechnungsdaten als Lösung

Der Unterschied zwischen einer eingescannten Papierrechnung und einer E-Rechnung nach ZUGFeRD oder XRechnung liegt nicht nur im Übertragungsweg. Er liegt in der Struktur. Eine E-Rechnung ist kein Bild einer Rechnung, sondern ein maschinenlesbarer Datensatz mit klar definierten Feldern für Betrag, Steuersatz, Rechnungsnummer, Lieferant und Leistungszeitraum. Diese strukturierten Rechnungsdaten lassen sich automatisiert auslesen, prüfen und weiterverarbeiten, ohne dass ein Mensch sie zuvor interpretieren muss.

Für Unternehmen bedeutet das einen doppelten Effekt. Zum einen sinkt die Fehlerquote, weil die Daten nicht mehr manuell abgetippt oder aus einem PDF herausgelesen werden müssen. Zum anderen entsteht erstmals eine einheitliche, vergleichbare Datenbasis über alle Rechnungseingänge und -ausgänge hinweg, unabhängig davon, ob die Rechnung über Peppol oder einen anderen Übertragungsweg eintrifft. Genau diese Einheitlichkeit ist die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen ihren eigenen Zahlen wieder vertrauen können.

Der Zusammenhang zur KI-Einführung

Das Thema Datenqualität gewinnt aktuell zusätzlich an Dringlichkeit, weil es direkt über den Erfolg von KI-Projekten entscheidet. Laut PEX Report 2025 nennen 52 % der Unternehmen mangelnde Datenqualität als größtes Hindernis für die weitere Digitalisierung und die Einführung von KI-Systemen. Das deckt sich mit einer einfachen Logik: Eine KI, die Rechnungen automatisch prüfen, Buchungsvorschläge erstellen oder Anomalien erkennen soll, ist nur so gut wie die Daten, mit denen sie arbeitet. Uneinheitliche, unvollständige oder fehlerhafte Rechnungsdaten führen nicht zu einer intelligenteren Verarbeitung, sondern zu einer automatisierten Fortsetzung bestehender Fehler.

Strukturierte Rechnungsdaten aus ZUGFeRD- oder XRechnung-Formaten liefern genau die saubere, konsistente Datenbasis, die KI-gestützte Buchhaltung überhaupt erst sinnvoll macht. Unternehmen, die heute in strukturierte E-Rechnungsprozesse investieren, schaffen damit gleichzeitig die Grundlage für die KI-Anwendungen von morgen, ohne dass dafür ein separates Digitalisierungsprojekt notwendig wäre.

Wie ivi strukturierte, vertrauenswürdige Rechnungsdaten von Anfang an sicherstellt

Genau an diesem Punkt setzt ivi an. Die Plattform verarbeitet Rechnungen unabhängig vom eingehenden Format, ob ZUGFeRD, XRechnung oder über Peppol übermittelt, und überführt sie in eine einheitliche, strukturierte Datenbasis. Dabei werden Rechnungsdaten nicht nachträglich bereinigt, sondern von Beginn an konsistent erfasst und nachvollziehbar dokumentiert. Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen nicht erst ein Datenqualitätsproblem lösen, bevor sie über Automatisierung oder KI-Einsatz in der Buchhaltung nachdenken können. Die saubere Datenbasis entsteht automatisch als Teil des Rechnungsprozesses selbst.

Wer heute auf strukturierte E-Rechnungsdaten setzt, löst damit nicht nur eine regulatorische Pflicht, sondern ein Vertrauensproblem, das viele Unternehmen längst kennen, aber selten mit der eigenen Rechnungsverarbeitung in Verbindung bringen.

Möchten Sie wissen, wie strukturierte Rechnungsdaten in Ihrem Unternehmen aussehen könnten? Sprechen Sie mit unserem Team über eine unverbindliche Einschätzung.

Persönliche Beratung vereinbaren

Gundolf Archner
2 Sep. 2026 • 5 min Lesezeit
Gundolf Archner

Passende Themen

Weitere interessante Themen für E-Rechnungen

  • E-Rechnungen
    Change Management in der Digitalisierung: Was die E-Rechnung nach dem Go-live verändert
    Mit dem Go-live der E-Rechnung ist die Technik eingeführt, die Veränderung im Arbeitsalltag beginnt aber erst. Der Beitrag zeigt, wie sich die Rechnungsprüfung wandelt, warum mehrere Abteilungen betroffen sind und weshalb Change Management bei der E-Rechnung zur Daueraufgabe wird. Zum Beitrag springen
    Gundolf Archner
    22 Okt. 2026 • 5 min Lesezeit
    Gundolf Archner
  • E-Rechnungen
    Kosten pro Rechnung: Was PDF-Rechnungen wirklich kosten, und was strukturierte E-Rechnungen einsparen
    Viele Unternehmen empfangen ihre Rechnungen längst per E-Mail und halten ihren Rechnungseingang damit für digital. Solange die Rechnung als PDF kommt, müssen die Daten aber weiterhin ausgelesen und geprüft werden. Der Beitrag zeigt, wo die Kosten pro Rechnung entstehen, bis wann PDF-Rechnungen noch zulässig sind und wie Sie Ihre eigenen Kosten überschlagen. Zum Beitrag springen
    Lennart Müller
    1 Okt. 2026 • 7 min Lesezeit
    Teamlead Sales & Marketing E-Invoicing bei SGH
  • E-Rechnungen
    E-Rechnung Dienstleister oder Software: Was Unternehmen jetzt entscheiden müssen
    Software anschaffen und selbst betreiben, oder die E-Rechnung an einen Dienstleister übergeben? Beide Wege erfüllen die E-Rechnungspflicht, unterscheiden sich aber deutlich im laufenden Aufwand und in der Verantwortung, die im Unternehmen verbleibt. Dieser Beitrag zeigt, worauf es bei der Entscheidung wirklich ankommt. Zum Beitrag springen
    Lennart Müller
    24 Sep. 2026 • 5 min Lesezeit
    Teamlead Sales & Marketing E-Invoicing bei SGH